Freitag, 4. Dezember 2009

Meine Arbeit

Mein Name ist Jochen Zellner und ich arbeite seit dem 3. September 2009 als Englischlehrer für körperlich Behinderte in der Father Ray Foundation in Pattaya. Ich bin einer von 24 Freiwilligen hier, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Father Ray’s Lebenswerk weiterzuführen. Wir arbeiten in sechs verschiedenen Einrich-tungen mit über 850 sozial und körperlich benachteiligten Kindern und jungen Erwachsenen.

Die Schule, in der ich täglich unterrichte, hat über 270 gehandicapte Schüler, die hier ihre Schul- und Freizeit verbringen. Viele unserer Schüler sind erfolgreiche Sportler. Einige davon sind sogar Teil des Thai ParaOlympics Teams. Letzten Monat gewannen unsere Schüler bei den nationalen Sportmeisterschaften 31 Gold-, 25 Silber- und 18 Bronzemedaillen und einer davon ist der zweitbeste Badminton-Spieler der Welt und der amtierende „Champion of all Asia“.

Neben den Projekten für körperlich Behinderte ist die Arbeit mit ausgestoßenen und gesellschaftlich unakzeptierten Menschen seit mehr als 30 Jahren ein fester Bestand-teil unserer Arbeit, was uns zu dem Beginn von etwas ganz großem bringt: In den 70er Jahren gab eine verzweifelte Frau ihr Kind in die Hände eines irisch-amerikanischen Missionars namens Father Ray Brennan. Er versprach ihr, für das Kind zu sorgen. Dies inspirierte ihn und er beschloss zu handeln. Dies war der Beginn einer Ära, die das Leben vieler perspektivloser Menschen in ganz Thailand veränderte und nach wie vor verändert. Father Ray eröffnete ein Waisenhaus, eine Einrichtung für Blinde und Taube sowie ein Altenheim für Senioren mit Behinderung.

Heutzutage sind die Einrichtungen der Father Ray Foundation in ganz Pattaya verteilt:
Ein unabhängiges Wohnen für körperlich Behinderte, ein Kinderheim für Waisen-kinder, das Drop-In-Center für Strassenkinder, eine Kindertagesstätte für Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren sowie ein Job-Center, welches den Schulabgängern der Father Ray Vocational School die Möglichkeit gibt, sich individuell fortzubilden.

Mehr als 250 Mitarbeiter und 24 Freiwillige aus aller Welt kümmern sich um das Wohlergehen dieser Menschen. Unsere Hauptbeschäftigung ist der tägliche Englisch-Unterricht in der Vocational School. In unserer Freizeit greifen wir den Betreuern der Kindertagesstätte so gut wir können unter die Arme. Jeden Morgen gehen wir mit unseren Senioren, die im Rollstuhl sitzen, auf unserem idyllischen Gelände spazieren oder laden sie zu einem Kaffee oder einer Cola in einem netten Lokal ein.


Day-Care-Center
Die Jüngsten, um die wir uns kümmern, sind die Kinder im Day-Care-Center. Vier Volunteers sind hier jeden Tag zur Unterstützung der fest angestellten Erzieherinnen zum Dienst eingeteilt. Die Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren kommen aus den ärmsten Verhältnissen und werden hier von morgens 8:00 bis 16:00 liebevoll betreut. Die Hilfe der Frewilligen ist dringend notwendig, denn es gibt viel zu tun. Die Kinder müssen gebadet werden und sie brauchen Hilfe beim Essen sowie beim Einschlafen. Und natürlich wollen sie sich auch austoben und rumalbern. Obwohl die Kids und deren Eltern so gut wie keinen Besitz haben, strahlen die Kleinen eine Zufriedenheit und Liebe aus, die ansteckend ist.
Wir unterrichten in der Kindertagesstätte zwei bis drei Mal die Woche Englisch, um hier eine gute Voraussetzung für die spätere Schulbildung zu schaffen, welche einem Leben in Armut entgegensteuert.


Drop-In-Center
Das Drop-In-Center steht bei uns im Kampf gegen die Obdachlosigkeit von Kindern an oberster Stelle. Aufgrund eines gescheiterten Familienlebens landen viele Kinder auf den Straßen der Partystadt Pattaya. Das Leben ist sehr hart und aussichtslos.
Um Überleben zu können müssen die Kinder oftmals ihren Körper verkaufen oder sie verkaufen Drogen. Mit durchgehenden Öffnungszeiten bieten wir ihnen den perfekten Zufluchtsort, wo sie neben einem sicheren Schlafplatz und einer warmen Mahlzeit auch eine individuelle Betreuung erhalten. Die Volunteers besuchen das Drop-In-Center einmal die Woche, um mit den Kindern zu spielen und sie von ihren schrecklichen Erfahrungen abzulenken. Doch nicht jedes Kind bleibt hier für immer. Viele kommen nur gelegentlich ins Drop-In-Center und kehren dann wieder auf die Straße zurück - wie ich mit einigen anderen Volunteers schon mit eigenen Augen gesehen habe - um Geld zu verdienen. Das ist ein erschreckender und schockierender Anblick und motiviert mich nur noch stärker hier eine gute Arbeit zu leisten und zusammen mit den anderen, die Kinder davon zu überzeugen, dem Nachtleben den Rücken zu kehren.

Das Heim für Strassenkinder (HFSK)
Haben die Kinder im Drop-In-Center den Entschluss gefasst, ihr Leben zu verändern, bieten wir ihnen die Gelegenheit, im Heim für Straßenkinder zu leben. Hier werden sie auch unterrichtet und die Möglichkeiten für die Kinder im Alter von 6 bis 16 sind beispielslos groß. Wir unterrichten die Kinder in dem was sie interessiert und sogleich auch eine Zukunft bietet. Jeden Samstag besuchen neun Volunteers das HFSK um in drei Klassen Englisch zu unterrichten. Hier wird niemand gezwungen zu kommen und dennoch ist das Interesse und die Resonanz für diesen Englisch-unterricht unermesslich groß. Trotz der Sprach- und Kulturbarriere kommen wir alle sehr gut miteinander aus. Ich sehe mich hier weniger als Lehrer sondern mehr als Freund und Wegbeschreiter in eine gute Zukunft. Es ist ein ständiges Geben und Nehmen: wir unterrichten die Kinder in Englisch und können dabei auch das ein oder andere Wort Thai aufschnappen. Ich versuche, in meiner Klasse durch abwechslungs-reichen, spannenden und lustigen Unterricht das Interesse der Kinder verstärkt zu wecken und sie dazu zu bringen, am Ball zu bleiben.


Children’s Village
Eines unserer jüngsten Projekte ist das Children’s Village: ein kleines Dorf in einem abgelegenen und ruhigen Stadtteil Pattayas. Wir haben derzeit vier Häuser, in denen jeweils acht Kinder mit einer Ersatzmutter und –tante leben. Vier weitere Häuser sind im Bau. Die Kinder, um die wir uns jeden Samstag für zwei Stunden kümmern, sind Waisen oder wurden von ihren Eltern verstoßen. Doch trotz alledem strotzen sie voll Zufriedenheit und Lebensgeist. Ein besonderes Erlebnis ist knapp zwei Wochen her: Als ich mich von den Kindern verabschiedete, hat mich ein kleines Mädchen ganz fest gedrückt und mir einen Kuss auf die Backe gegeben. Es war ein sehr bewegender Augenblick für mich und ich war den Tränen nahe.



Vocational School
Die Vocational School ist eine Schule für körperlich Behinderte und befindet sich mitten auf dem Gelände der Father Ray Foundation in Pattaya. Der Englischunterricht ist für mich und viele andere Freiwillige die Hauptbeschäftigung. An fünf Tagen in der Woche unterrichten wir in verschiedenen Klassentypen: von sehr englischlastigem CBE (Computer & Business English) bis zu PE (Personal Empowerment), welches sich mehr auf das Reparieren von Elektrogeräten konzentriert. Letztes Halbjahr war ich Lehrer einer CBE 3 Klasse und war erstaunt über ihre teilweise sehr guten Englischkenntnisse. Mit ihren Fragen haben sie mich auch das ein oder andere Mal ins Grübeln gebracht. Seit nunmehr zwei Wochen unterrichte ich eine PE 3-Klasse in Englisch. Der Unterschied dieser beiden dritten Klassen in ihren Englischkenntnissen ist immens. Doch eines haben alle Schüler gemeinsam: Ihren Wille zu lernen.
Ich konnte bereits nach einer Woche Aufenthalt in der Father Ray Foundation den Unterschied zwischen den Schulen in Deutschland und in Thailand feststellen. Wenn ich daran denke, wie die Lehrer in Deutschland teilweise von ihren Schülern, den Medien oder der Gesellschaft behandelt werden, kann man schon fast denken es wäre ein Schreckensjob. Doch hier ist alles anders: Die Schüler und alle Menschen hier begegnen sich mit höchstem Respekt und großer Freundlichkeit, auch mir gegenüber obwohl ich nicht aus Thailand komme und zum Teil um einiges jünger bin.


Blindenschule
Die für mich schlimmste Vorstellung ist, blind zu sein: nicht zu sehen was um mich herum passiert, ein Leben zu führen in totaler Dunkelheit. Für die Kinder in der Blindenschule ist dies der Alltag und es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich sehe, wie diese Kinder mit ihrem Schicksal umgehen. Sie genießen unsere gemeinsamen Aktivitäten und selbes tun wir. Drei Mal die Woche besuchen wir unsere Schützlinge und unterrichten sie in Englisch, wir singen und tanzen mit ihnen oder gehen in dem hauseigenen Pool baden. Der Umgang mit Blinden war für mich eine völlig neue Erfahrung und ich bin dankbar, dass ich sie jede Woche neu erleben darf. Denn diese Kinder sind ein Vorbild für uns alle. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken versuchen sie, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Durch gezielten Unterricht und dem Erlernen der Blindenschrift, haben sie später ähnliche Voraussetzungen wie andere, um einen Job zu bekommen.


Conclusio
Father Ray starb 2003 aber sein Lebenswerk wird fortgeführt. Zur Zeit sorgen wir für 850 Kinder und junge Erwachsene. Das bedeutet über 2.500 Mahlzeiten am Tag. Wir bieten den Kindern nährstoffreiches Essen, etwas bis dato völlig unbekanntes für sie. Trotz staatlicher Unterstützung müssen wir für den Großteil der Kosten selbst aufkommen. Über 75 Tonnen Reis pro Jahr plus Fisch und Fleisch sowie die Ausbildung der Schüler kosten uns mehr als 2,5 Millionen Euro.
Deshalb sind wir auf die Hilfe von Ihnen angewiesen. Wir möchten, dass Sie unsere Arbeit sehen. Tauchen sie ein in das Leben der Kinder und teilen sie ein Stück Ihrer Erfahrung. Wenn sie uns mit Ihrer Spende helfen, gleichgültig wie groß, können wir unseren Kindern eine Zukunft bieten, die sie verdienen.

Dienstag, 10. November 2009

Der Norden

Mitte Oktober bin ich mit 20 Schueler des Mahathais (Schule fuer koerperlich Behinderte) fuer eine Woche in den Norden gereist.

Die Reise startete um 20:00 an einem Donnerstag Abend. Alle Schueler und ich nachtuerlich auch, waren aufgeregt und gespannt auf das, was uns im Norden erwarten wird. Nach etwas mehr als 16 Stunden Busfahrt auf nicht immer gutbefahrbaren Strassen kamen wir an einem Vorort von Mai-Jam, unserem Reiseziel an. Wir mussten aus dem Bus raus und den Rest der Strecke in Pick-ups zuruecklegen, da die Strassen zu unserem kleinen Dorf in Mitten der Berge nicht gepflastert waren.


Angekommen in dem 120 Seelendorf wurden wir herzlich von den Priestern, Bruedern und Nonnen empfangen. Eine kleine Erfrischung und eine liebevolles Laecheln gab es fuer jeden bevor wir zur Begruessung gingen.

Danach bezogen wir unsere Huetten, die eher spartanisch aber sehr sauber waren.

Nach einer Entspannungspause gings dann zum Abendessen um uns fuer das Abendprogramm zu staerken. Ein einfaches doch zugleich leckeres und traditionelles Thaigericht wurde auf unseren kleinen Holztischchen aufgetischt.


Waehrend des Abendessens und des darauffolgenden Programms konnte ich schon die ersten Kontakte und mein gelerntes Thai anwenden.

Bald war es Zeit fuer den dringend erforderlichen Schlaf. Auf meiner Matte liegend lies ich den ersten Tag Revue passieren. Ein auesserst aufregender Tag, der von gemischten Gefuehlen durchzogen war:

”Alle hier sind nett und die Landschaft ist atemberaubend, jedoch bin ich hier der einzige Nichtthai im Umkreis von 60 KM und mein Thai ist sehr ausbaufaehig.”

Ich hatte ein leicht unwohles Gefuehl in der ersten Nacht, da ich mir meiner Dinge und Entscheidungen das erste Mal seit ich in Thailand war unsicher war.

Doch je mehr Zeit in der Woche verging, desto wohler fuehlte ich mich hier. Die offene Art meiner Schueler, den Leuten im Dorf gaben mir schnell das Gefuehl dazu zugehoeren und als ich mich am darauffolgenen Tag in der Kirche vor versammeltem Dorf als erster Gast von unserer Pattayagruppe auf Thai vorgestellt habe gab es neben leichtem Schmunzeln aufgrund meines deutschen Akzent euphorischen Beifall.


Wir verbrachten jeden Tag in der Natur. Es war ein Anblick und eine Schoenheit die meine Augen zuvor noch niemals vernommen hatten. Alles und jeder war im Einklag mit der Natur. Keine Handys, kein Internet, kein Stress nur die Thais, die Berge und ich mittendrin.

Wir gingen baden an Wasserfaellen, erkundeten die Gegend und arbeiteten auf einem Reisfeld - ganz traditionell mit Sichel und Farmerhut.



Ich durfte eine Woche in eine andere Welt eintauchen und unbeschreibliche Erfahrungen sammeln.Ich habe in dieser Woche so viel erlebt und kann nun mit Stolz behaupten das echte Thailand gesehen zu haben. Ein Thailand das so mit Sicherheit nicht viele Menschen auf der Welt erlebt haben oder erleben werden. Ich war ein Teil der Gemeinde, es wurde keine Unterschiede gemacht. Egal ob behindert, jung, alt oder deutsch jeder war gleichgestellt.

Ich habe eine Menschlichkeit und Naechstenliebe erfahren die in Europa verschwunden zu sein scheint. Die Menschen haben nichts und doch haben sie mehr als manch wohlhabender Europaer, denn sie haben immernoch sich und die Gewissheit dass andere auf sie bauen und in sie vertrauen.

Diese Erfahrungen lassen mein Beduerfniss dem Land und den Menschen zu helfen in ein unermaessliches wachsen.

Montag, 26. Oktober 2009

Ferienzeit

Momentan ist es sehr ruhig hier in der Fr. Ray Foundation, da seit Anfang Oktober bis einschlieslich dem 9. November Ferien in Thailand sind.
Das hat zu bedeuten, dass wir weder in der Blindenschule noch im Mahathai (deutsch "Jesus") unterrichtet. Das bietet mir die Moeglichkeit viel Zeit mit den anderen Freiwilligen zu verbringen und die Gegend hier zu erkunden. Momentan sind wir 19 Frewillige hier, was ein neuer Rekord ist. Wir sind eine bunt durchgemischte Truppe, Leute aus den USA aus England Daenemark, Irland, Wales und eben ich aus Deutschland sind hier in Pattaya um den beduerftigen zu helfen.



Letzte Woche waren wir in auf Koh (deutsch: "Insel") Larn mit einer grossen Truppe Volunteers. Die Insel bietet eine Vielfalt an Wasseraktivitaeten, man findet jedoch problemlos eine Moeglichkeit zum ausruhen und die wundervolle Landschaft zu erkunden und geniesen.



Wir haben natuerlich auch das in Pattaya beruechtigte Nachtleben unter die Lupe genommen. Und ich muss sagen alle Stereotypen werden vollkommen erfuellt.
Die Beachroad, die zur Walkingstreet (vgl. deutsche Reeperbahn) fuehrt, ist voll mit Prostituierten und Drogendealer, die dir ohne jedes Schamgefuehl ihre Dienstleistung anbieten. Es ist ein grauenvoller Anblick, wie die Frauen und Kinder die hier anschaffen als Sexobjekte deklariert werden. Und noch erschreckender ist die Tatsache, dass die meisten der Kunden Vaeter der Frauen sein koennten.
Deshalb ist es umso wichtiger fuer mich hier eine gute Arbeit zu leisten und die Kinder und jungen Erwachsenen zu unterstuetzen eine gute Schulausbildung zu erlangen, sodass ihnen eine solche Zukunft erspart bleibt.

Freitag, 11. September 2009

Die erste Woche

Nun bin ich schon eine gute Woche hier in Pattaya und es hat sich schon viel veraendert seit meiner Ankunft.
Normalerweise haette ich mit dem Unterrichten erst im November, nach dem Semester angefangen, aber da kurzfristig (eine Woche vor den exams) ein Lehrer ausgefallen ist bin ich eingesprungen. Das Englisch meiner Klasse ist echt sehr gut, sie sprechen groesstenteils fluessig und abgesehen von dem ein oder anderen kleineren Patzern auch fehlerfrei.
Meine Freizeit verbring ich zu 80% im Day Care Centre bei den kl. Kiddies

Sonntag, 6. September 2009

Die ersten Impressionen


Am Mittwoch Morgen 11.30 ging mein Flieger von Frankfurt nach Bangkok mit einer Zwischenlandung in Bahrain, und die hatte es definitiv in sich.
Hygiene- oder Sicherheitsbestimmungen wie wir sie von Deutschland gewohnt sind gibt es da nicht. Geraucht wurde meist auserhalb des Raucherraums, sprich mitten auf dem Gate.
Auch ein "kotzen" auf dem Gang in der Menschenmenge wird hier scheinbar oefter gesehen.
Niemand scheint sich darum zu kuemmern die rot-schwarze Fluessigkeit aus dem Muelleimer zu entfernen an dem schon wieder kleine Kinder stehen und spielen.
Nach einer geschlagenen Stunde die ich mit warten und Langeweile verbracht habe ging es dann endlich weiter. Ich ging eine Etage tiefer und sah 4 verscheidene Gates. Nach 5 Sekunden war mir anhand der Leuten die an den Gates standen klar, welches davon meines ist - eine riesige Schlange von Menschen, die meisten alleinreisende "weisse" Maenner mit dicker Wampe.

Angekommen bin ich in Bangkok um 7.50, wo mich direkt ein Mitarbeiter der Fr. Ray Foundation abgeholt hat.
Die ersten beiden Tage habe mit schlafen und Stadterkundungen, die meist am grossen Supermarkt endeten verbracht.
An meinem dritten Tag ging es dann endlich los mit meiner Arbeit. Am Morgen waren wir bei den Streetkids und haben mit ihnen ein bisschen Englisch gelernt. Puenktlich um 12.30 wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und zurueck zur Fr. Ray Foundation gebracht wo wir uns an dem Mittagsbuffet staerken konnten, was auch dringend erforderlich war.
Denn der Nachmittag verlangte sehr viel von mir ab. Wir waren im Village und haben dort mit den juengsten Kiddies gespielt die hier sind.
So etwas hab ich noch nie erlebt. Sie waren alle so aufgeschlossen sprangen bereits nach 10 min auf mich und wollten alle huckepack genommen oder durch die luft geschleudert werden.
Ich hatte echt einen riesen Spass und bin immernoch erstaunt wie viel Power die Kids hier haben. Nach einer stunde war ich von oben bis unten vollgeschwitzt und koerperlich echt am Ende. Und wer verlangte Nachschlag? - die Kids!
Sie wollten uns garnicht gehen lassen und ich waer am liebsten auch noch geblieben. Es ist echt Schade dass wir nur einmal in der woche ins Village gehen und noch bedauerlicher ist die Tatsache, dass es von unserem Gelaende nur mit Auto oder Roller zu erreichen ist, wenn man nicht 2 Stunden unterwegs sein will.

Die Abendgestaltung laesst bisher nichts zu wuenschen uebrig. Wir haben hier eine Stammkneipe in der abgesehen von uns nur Thais sind. Jeden Abend spielt eine Band die typisch thailaendische Musik macht - und die ist echt richtig gut. Mittlerweile kenn ich auch schon den ein oder anderen Thai aus der Bar und wir spielen eine Runde Pool oder trinken ein Bierchen zusammen. Generell wird man hier als Volunteer anders augenommen als ein Tourist. Die Leute wissen was wir hier machen und sind sehr dankbar dafuer.
Am Freitag sind wir nach unserer Arbeit an den Strand gegangen wo wir Richard, Terry und einige andere Volunteers getroffen haben. Richard hat Buritos gemacht und zwei Kuehtaschen voll mit Bier und Wein vorbeigebracht. Wir sassen direkt am Wasser und konnten auf unseren bequemen Strandliegen den Sonnenuntergang geniesen.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Entstehungsgeschichte/ meine Erwartungen:


Bereits Anfang meiner Oberstufenzeit quälte mich das dringende Bedürfnis in die Ferne zu reisen, die weite Welt zu entdecken und wenn möglich, dies noch vor Beginn meines Studiums bzw. meiner Ausbildung.
Als ich von dem neuen Bundesprojekt „weltwärts“ hörte, war mir klar das ist genau das, was ich machen will. Ich hätte nicht nur einen Auslandaufenthalt von einem Jahr, sondern gleichzeitig die Anerkennung meines Zivildienstes.
Also durchstöberte ich Seite für Seite auf der Suche nach dem richtigen Projekt.

Anders als der Großteil der Jugendlichen zieht es mich nicht nach Australien, Neuseeland oder in die USA. Das Kennenlernen neuer und mir bisher völlig unbekannten Kulturen und Menschen ließen Thailand wie prädestiniert für mein Wunschland erscheinen. Neben den eben genannten Kriterien war es mir auch sehr wichtig, dass ich ein Land finde, dessen wirtschaftliche Kraft nicht einem westlichen gleicht.
Ein Land, in dem ich nicht mein gewohntes Leben fortführen kann. Ein komplett neuer Alltag, der Dinge von mir abverlangt, die mir bis dato völlig unbekannt sind. Ein Leben, welches mich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, ein Leben das mich persönlich weiterbringt.
Ein weiterer Schritt der mich dazu bewogen hat nach Thailand zu gehen, ist die Arbeit dort vor Ort.
Die Volunteers arbeiten eng mit den festangestellten Betreuern, Lehrern und Pflegern zusammen.
Die Arbeit ist sehr vielschichtig und abwechslungsreich. Neben dem Englischunterricht, den die Volunteers täglich für gehandicapte High School Schüler halten, gehören auch Ausflüge oder gemeinsame Aktivitäten wie Bingoabende mit den Senioren zu meinen Aufgaben.
Eine der mir am interessantesten erscheinenden Mitwirkungsfelder ist die Freizeitgestaltung der Straßenkinder Pattayas. Die Organisation bietet für all diese Kinder, die von Drogenmissbrauch, Vergewaltigung und Prostitution wegkommen möchten, Zuflucht. Um die Kids auf andere Gedanken zu bringen, gestalten wir Spielnachmittage oder Ausflüge zum Strand, wo sie einfach mal abschalten können von dem ganzen Trubel und ein Kindheitsleben führen können, wie wir es in Deutschland für selbstverständlich halten.
Das große Gelände der Redemptoristen beherbergt auch eine Blindenschule, welche für all diejenigen Blinden, die sich aufgrund fehlender finanzieller Mittel den Besuch einer privaten Schule nicht leisten können, eine Möglichkeit bietet eine normale Schulausbildung zu erlangen.


Die Konfrontation mit einer völlig neuen Lebenssituation fernab von meinem gewohnten Umfeld verlangt mir sicherlich sehr viel ab. Es lässt mich an meine Grenzen gehen, wodurch ich mich selbst besser kennen lerne...

Ich erhoffe mir natürlich auch, dass ich mit meiner Arbeit in Pattaya den ein oder anderen Akzent setzten kann, sodass sie nicht nur in dem einen Jahr in dem ich vor Ort bin von mir profitieren können.

Der Countdown läuft... 2. Sept. steigt die Maschine ins neue Leben