Bereits Anfang meiner Oberstufenzeit quälte mich das dringende Bedürfnis in die Ferne zu reisen, die weite Welt zu entdecken und wenn möglich, dies noch vor Beginn meines Studiums bzw. meiner Ausbildung.
Als ich von dem neuen Bundesprojekt „weltwärts“ hörte, war mir klar das ist genau das, was ich machen will. Ich hätte nicht nur einen Auslandaufenthalt von einem Jahr, sondern gleichzeitig die Anerkennung meines Zivildienstes.
Also durchstöberte ich Seite für Seite auf der Suche nach dem richtigen Projekt.
Anders als der Großteil der Jugendlichen zieht es mich nicht nach Australien, Neuseeland oder in die USA. Das Kennenlernen neuer und mir bisher völlig unbekannten Kulturen und Menschen ließen Thailand wie prädestiniert für mein Wunschland erscheinen. Neben den eben genannten Kriterien war es mir auch sehr wichtig, dass ich ein Land finde, dessen wirtschaftliche Kraft nicht einem westlichen gleicht.
Ein Land, in dem ich nicht mein gewohntes Leben fortführen kann. Ein komplett neuer Alltag, der Dinge von mir abverlangt, die mir bis dato völlig unbekannt sind. Ein Leben, welches mich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, ein Leben das mich persönlich weiterbringt.
Ein weiterer Schritt der mich dazu bewogen hat nach Thailand zu gehen, ist die Arbeit dort vor Ort.
Die Volunteers arbeiten eng mit den festangestellten Betreuern, Lehrern und Pflegern zusammen.
Die Arbeit ist sehr vielschichtig und abwechslungsreich. Neben dem Englischunterricht, den die Volunteers täglich für gehandicapte High School Schüler halten, gehören auch Ausflüge oder gemeinsame Aktivitäten wie Bingoabende mit den Senioren zu meinen Aufgaben.
Eine der mir am interessantesten erscheinenden Mitwirkungsfelder ist die Freizeitgestaltung der Straßenkinder Pattayas. Die Organisation bietet für all diese Kinder, die von Drogenmissbrauch, Vergewaltigung und Prostitution wegkommen möchten, Zuflucht. Um die Kids auf andere Gedanken zu bringen, gestalten wir Spielnachmittage oder Ausflüge zum Strand, wo sie einfach mal abschalten können von dem ganzen Trubel und ein Kindheitsleben führen können, wie wir es in Deutschland für selbstverständlich halten.
Das große Gelände der Redemptoristen beherbergt auch eine Blindenschule, welche für all diejenigen Blinden, die sich aufgrund fehlender finanzieller Mittel den Besuch einer privaten Schule nicht leisten können, eine Möglichkeit bietet eine normale Schulausbildung zu erlangen.
Die Konfrontation mit einer völlig neuen Lebenssituation fernab von meinem gewohnten Umfeld verlangt mir sicherlich sehr viel ab. Es lässt mich an meine Grenzen gehen, wodurch ich mich selbst besser kennen lerne...
Ich erhoffe mir natürlich auch, dass ich mit meiner Arbeit in Pattaya den ein oder anderen Akzent setzten kann, sodass sie nicht nur in dem einen Jahr in dem ich vor Ort bin von mir profitieren können.
Der Countdown läuft... 2. Sept. steigt die Maschine ins neue Leben

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